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Outdoor-Erste-Hilfe bei Dani Hornsteiner

Letzter Baustein der Grundausbildung bei der DIMB

Im letzten Beitrag habe ich Euch schon von der Grundausbildung der DIMB erzählt. Die Grundlage der Ausbildung sind 3 Basismodule, die das Thema Fahrsicherheit, Guiding und Outdoor Erste Hilfe beinhalten. Diese stellen das Fundament der Ausbildung dar. 

 

Die ersten beiden Module und meine Beweggründe die Ausbildung zu starten, haben ich Euch  im letzten Beitrag versucht näher zu bringen. Falls Ihr Euch nicht mehr so genau daran erinnern könnt, oder ihn gar nicht gelesen habt, ist das kein Problem. Wenn Ihr Lust habt, könnt Ihr das gerne nachholen: 

RaphPics zertifizierter MTB Guide

Erste Hilfe... ich weiß ja nicht, was Euch bei diesem Thema durch den Kopf geht? Sowas wie: stabile Seitenlage, Wiederbelebung, 112, oder gar, sch**** wie ging das alles nochmal? Man ist das lange her... Ich bin hier ganz ehrlich: ungefähr, ok ok, eher ganz genau so war das bei mir. Allerdings bin ich seit einigen Jahren Ersthelfer bei meinem aktuellen Arbeitgeber in der Industrie und die Fragen kamen vor dem ersten Kurs auf, den ich dort besuchen durfte. Leider sind diese Kurse meist nicht freiwillig und es wird in ziemlich kurzer Zeit das Wesentliche durchgepresst, (Achtung Neudeutsch!) also Frontloading betrieben. Nach diesen Kursen habe ich mir oft die Frage gestellt, wie lange das Gelernte wohl präsent bleibt und ob ich im Ernstfall auch helfen könnte. Jedem von uns ist klar, eine "spielende" leblose Person auf dem mehr als perfekten Boden des Trainingsraumes in die stabile Seitenlage zu bringen, ist nicht so schwer. 

Und genau deswegen bin ich zum ersten mal mit Vorfreude zu einem Erste Hilfe Kurs gegangen. Das Basismodul der DIMB Ausbildung ist ein spezieller Outdoor Erste Hilfe Kurs, der auf das Thema MTB ausgelegt ist. Der Kurs selbst wird von Dani Hornsteiner und Ihrem Team durchgeführt. Diese sind Spezialisten für alpine Erste Hilfe und Bergrettung mit Erfahrungen in den jeweiligen Disziplinen. 

 

Der Kurs fand im bayrischen Ort Krün statt, ganz in der Nähe von Garmisch-Patenkirchen. Um der Freude der A5 und A8 weniger nervenaufreibendes Potential zu bieten, habe ich mich für eine späte Anfahrt entschieden. Das hat erstaunlich gut geklappt, wenn man mal von meiner Müdigkeit gegen Ende absieht. Nach einer sehr kühlen Nacht, (ich habe mich gegen 4 Uhr im Bus mit Schlafsack und Pulli gegen die 2,5 Grad aufgerüstet) bin ich mit einem perfekten Morgenrot und dem Blick auf das Zugspitzmassiv, mit einem leckeren Kaffee in den Tag gestartet.

So perfekt der Tag angefangen hat, so sollte es auch weiter gehen. In Bike-Outfit und mit dem MTB unter dem Hintern zum Seminar zu cruisen, zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht. Schön war auch, auf bekannte Gesichter aus den vorangegangen Seminaren zu treffen. Aber auch neue Gleichgesinnte kennen zu lernen, ist für mich immer wieder eine Bereicherung. 

 

RaphPics Erstehilfe

Aber jetzt mal zum Seminar: Martin Bischof war unser Ausbilder für die kommen zwei Tage. Nach einer kurzen Begrüßung haben wir direkt den Seminarraum verlassen und haben uns, an der frischen Luft, an die Erarbeitung des Notfallalgorithmus gemacht. Das hört sich jetzt etwas abstrakt an, aber dieser spezielle Algorithmus hilft in der Notfallsituation genau das Richtige zu tun. Zudem gab es diesen Algorithmus als kleine Karte, die perfekt in den Rucksack eines jeden MTB Guides passt. Perfekt, wenn man in der Situation eines Notfalles, sich (unter Stress natürlich) nicht mehr an das erinnert, was man in einem Erste Hilfe Kurs gelernt hat. Einfach auf den Notfallalgorithmus schauen und abarbeiten, genial. 

Im Anschluss haben wir uns noch dem Thema Verbände gewidmet, klar Druckverband, Fingerverbände, Armschlaufen, aber auch ganz speziellen Verbänden, wie dem Rucksackverband. Diesen wendet man bei der all zu typischen MTB Verletzung an: dem Bruch des Schlüsselbeines. Martin hat uns hier auch noch sehr viele Tipps und Tricks verraten, die aus seiner Tätigkeit als Rettungssanitäter, also aus der täglichen Praxis, stammen. Nach der Mittagspause haben wir uns mit den Bikes ins Gelände begeben. Hier ging es um die bereits angesprochene stabile Seitenlage. Aber nicht im perfekten Seminarraum, nein im Gelände. Martin hat uns auch hier wieder super Tipps gegeben, wie man jemand am Hang, kopfüber und zudem noch im Gebüsch liegend, sauber und sicher lagert. Und klar, jeder durfte das direkt üben. Aber nicht nur die stabile Seitenlage war Thema, sondern auch, diverse Trage- und Bergungstechniken. Aber auch der so genannte Body Check nach einem Sturz. Hier haben wir nicht nur gelernt, wie man diesen anwendet, sondern Martin hat uns auch mit dem nötigen, medizinischen Hintergrund dazu versorgt.  

Raphpics Kopfverletzung

Und dann ging es ans Eingemachte: Wir sind zusammen auf Tour gegangen und jeder musste Fallbeispiele lösen. Nach kurzer Absprache wer der Guide, also auch Ersthelfer ist, hat sich Martin den ein oder anderen Teilnehmer als Schauspieler geschnappt und ist verschwunden. Sobald ein Pfiff ertönte, ging es los und man kam an eine gespielte, aber mehr als realistische Unfallstelle. Wir haben alle sehr viel gelernt, von gestressten Bikern, die zur Arbeit mussten, über Brüche, Herzinfarkt, Schlaganfall, Sonnenstich oder Kopfverletzungen mit Gedächtnisverlust, es war alles dabei. Und ich kann euch eins sagen, auch wenn man weiß, dass alles gespielt ist, eine sehr gut gespielte hysterische Ehefrau, Schminke und Kunstblut, haben mich dann doch mal in eine Stresssituation versetzt. Aber genau das ist es, was dieses Format an Kurs für mich so perfekt macht, man übt genau das, was man später auch benötigt. Nach der Auflösung des Fallbeispiels, gab es von den Teilnehmern und von Martin sehr gutes und konstruktives Feedback. 

Beim gemeinsamen Abendessen haben wir nochmal den Tag Revue passieren lassen und bei gutem Essen und isotonischen, gehopften Getränken, haben wir viel gelacht und sind als Gruppe zusammen gewachsen. 

Am zweiten und letzten Tag, haben wir uns der Reanimation gewidmet. Aber auch hier ging es nicht einfach nur darum 30:2 zu machen. Martin hat uns hier viel über die Technik der Herzmassage erklärt und beigebracht. Mit welcher Technik kann man 30 Minuten oder noch länger Reanimieren. Auf was ist zu achten und vor allem was passiert im Körper. Auch das Thema Recht und Gesetzt wurde behandelt. Auch das gehört als MTB Guide dazu. 

Nach der Theorie ging es natürlich wieder ab nach draußen, bei bestem Spätsommer Oktober Wetter. Wir haben uns hier eine Art "Notfallzirkel" gemacht, hier musste jeder im Wechsel eine Situation lösen aber auch selbst spielen. Diese Kombination aus Üben in der Notfallsituation aber auch das Spielen mit den notwendigen medizinischen Hintergrundinformationen hatte für mich ein riesigen Lerneffekt. Der Notfallalgorithmus hat sich jetzt definitiv noch mehr gefestigt. 

Zum Schluss gab es nochmal die geballte Ladung Fallbeispiele in der man nochmal alles gelernte üben konnte. Auch hier wurden sehr MTB-/ Outdoor-spezifische Themen behandelt: Unterkühlung, Sonnenstich, Verbrennungen, Erschöpfung, Dehydration, Asthma und Allergien. Es gab auch ein unangekündigten (aber gespielten) Notfall, der aber nicht als solcher zu erkennen war.

Was ein Seminar! Zum Schluss gab es nicht nur eine Urkunde sondern auch noch ein von Dani Hornsteiner geschriebenes Outdoor-Erstehilfe Buch, in dem man immer wieder alles nachlesen kann. Zudem gab es noch per Email nützliche Links zu diversen Produkten der Bergrettung, wie Biwaksak oder Kühlpacks und eine Packliste für das Erstehilfeset speziell für MTB-Guides. 

Dies war mein erster Erste-Hilfe-Kurs, der mir richtig viel Spaß gemacht hat, in dem ich unglaublich viel gelernt habe und nach dem ich das Gefühl habe, ich kann im Notfall reagieren. Das ganze Konzept, was von Dani Hornsteiner erarbeitet wurde und wie es durch Martin Bischof umgesetzt wurde, war grandios. Ich kann jedem von Euch diesen Kurs nur ans Herzen legen. 

 

Ihr wollt Infos zu dem Erste Hilfe Kurs, dann schaut doch direkt bei Dani vorbei: 

https://www.danihornsteiner.de/home/

oder schaut euch das tolle Video an: 

http://bit.ly/2pmcSqQ

 

Danke an Dani Hornsteiner und vor allem an Martin Bischof für diesen unglaublichen und lehrreichen Outdoor-Erste-Hilfekurs.

 

Bis zum nächsten Abenteuer,

Euer Raph


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