· 

Atemberaubendes Neuseeland Teil Zwei

Teil zwei: Bike Transport nach und in  Neuseeland

Ich freue mich, dass Du auch meinen zweiten Blog Beitrag über unser Neuseeland Abenteuer lesen möchtest. In diesem Beitrag soll es um das Thema MTB Transport nach und in Neuseeland gehen. Hier gibt es einige Punkte zu beachten, die ich gerne mit Dir teilen möchte.  

Wenn Du dir aber jetzt gerade die Frage stellst: "Warum seht da in der Überschrift Teil Zwei", dann schaue doch mal bei Teil Eins vorbei. Im ersten Beitrag der Blog Reihe ging es um die Idee des Abenteuers und die Vorbereitung die wir getroffen haben, oder eben nicht. 

Neuseeland Teil Eins

Die Bike Reinigung

Neuseeland ist ein Land mit einer einzigartigen Flora und Fauna, die es zu schützen gilt. Die Behörde "BioSecurityNewZealand" hat die Aufgabe das Ökosystem vor Schädlingen und Krankheiten zu schützen. Es ist nicht gestattet unkonservierte Lebensmittel einzuführen, oder z.B. Erdreich, das Samen oder Keime beinhalten könnte. Womit wir beim Thema der Überschrift angekommen wären. Das Bike und jegliches mitgeführtes Equipment muss frei von Dreck sein. 

 

Sabine und ich haben uns also einen kompletten Sonntag Zeit genommen und haben unsere Bikes auf Hochglanz poliert. So sauber waren die Räder seit sehr langer Zeit nicht mehr. Vor allem ist es wirklich unglaublich, wo sich überall Dreck sammelt an den Rädern. Fangen wir doch mal bei den grobstolligen Jungs an, die uns den nötigen Grip geben. Hier kann ich Dir nur raten, eine Kombination aus grober Bürste und einer Zahnbürste zu nehmen und kräftig zu schrubben! Oder Sabines Variante mit dem Hinterreifen, einfach einen Neuen kaufen.

Neuseeland Putztag
Neuseeland Bürste

Neuseeland Zahnbürste

Nachdem wir die Reifen gründlich geschrubbt hatten (ja ich sogar zweimal, da nasser Gummi sauber aussieht, aber trocken der Dreck wieder raus kommt) haben wir uns an die Rahmen gemacht. Hier haben wir das Augenmerk auf den Hinterbau und den Antrieb gelegt. Ein Tipp von mir, einfach das Rad mal rum drehen, da eine andere Perspektive wieder neues Erdreich enthüllt. Ich habe das erst in der Wohnung gemacht und dann mein liebes MTB wieder aus dem ersten Stock in die Werkstatt getragen. Ich sage nur:

Neuseeland Sattel putzen
Neuseeland Drecksattel
Neuseeland Antrieb

Evoc Travelbag

Nun zum Thema Bike Transport nach Neuseeland. Da wir schon viel Feedback von Freunden zu den Evoc Travelbags bekommen haben, war für uns klar, dass wir so einen für den Transport brauchen . Wir haben versucht welche zu leihen, aber es hat sich zeitlich nicht ergeben. Daher haben wir uns dann für den Kauf entschieden. Die Bags gibt es bei diversen Bike Online Shops und liegen bei ca. 300€. Also wenn jemand von euch mit seinem Rad auf Reise gehen will, wir haben zwei dieser Evoc Bags und würden sie auch leihen. Also einfach bei mir melden:

Der Aufbau der Bags ist unbeschreiblich einfach. Ich habe mir ein Video von Jasper Jauch angeschaut, danach war ich (wie immer bei Jasper) sehr amüsiert (weil er einfach geile Videos macht) und wusste genau wie ich das Travelbag aufbauen muss:

Also Bags aufgebaut, Bikes rein wie beschrieben und fertig. Ich habe meine Beschichtung der Gabel noch mit meinen Knieschonern geschützt. Mein Schaltwerk habe ich einfach nur für das gute Gefühl abgeschraubt und mein Bike-Rucksack samt Helm habe ich unter den Rahmen gepackt. Und es war immer noch sehr viel Platz im Koffer.  

Neuseeland Evoc
Neuseeland Drama Pad
Neuseeland Fox
Neuseeland Beschichtungsschutz
Neuseeland Travelbag

Das Thema Gewicht

Wie ich im Blog Nummer Eins schon erwähnt habe, war in unserem Flug 30kg Freigepäck (keine Gepäckstück Begrenzung) und 7 kg Handgepäck (auf ein Stück begrenzt) inklusive. Da dachte ich nur:

Neuseeland Hochmut

Ich weiß ja nicht wie es bei Euch ist, wenn ich in Urlaub gehe, nehmen ich immer 70% zu viele Klamotten mit, die ich nicht anziehe. Deswegen habe ich versucht nur die Hälfte wie üblich zu packen. Davon habe ich nochmal die Hälfte aussortiert und hatte dann im Grunde eigentlich alles dabei. Aus meiner Sicht sehr wichtig für die Reise nach Neuseeland (kann ich Euch aber erst im Anschluss bestätigen) sind folgende Kleidungsstücke:

  • Regenhose und -jacke
  • Sportbekleidung, von kurz bis lang (Zwiebelprinzip)
  • Spiegelreflexkamera (oder einfach eine gute Kamera)
  • Badehosen

Alles andere kann man ja auch vor Ort kaufen. Dann habe ich einfach alles in den Evoc Travelbag geworfen (schweres nach Hinten) und habe mich auf die Waage gestellt. Und dann kam der Schock mit Kamerarucksack und etwas Kleider im Handgepäck war ich bei unglaublichen 40kg. Ja richtig gelesen 3 kg zuviel. 

Neuseeland Gewichtreduzierung

Leider hatte ich auch mein Notebook nicht auf dem Schirm, da ich dachte man könnte eine Notebook als "Handtasche" mit rein nehmen. Nach einem Telefonat mit Emirates war klar, dass wohl nur ein Handgepäckstück erlaubt sei (aber außerhalb vom Protokoll meinte die Dame, dass könnte schon gehen). Also ich hatte mir folgende Strategie zurecht gelegt: ein 2kg Beutel mit Kleider in meinem Travelbag, das Zwiebelprinzip schon für die Reise angewandt (Flies, Jacke und Regenjacke) und meine Jackentaschen mächtig voll gestopft. Und wenn es beim Wiegen der Travelbag Probleme geben sollte, dann kommt der Kleidersack raus und ich mache ein Michelin-Männchen aus mir. Ach was wir auch nicht gemacht hatten, hatte sich aber auch beim Telefonat ergeben, die Räder müssen angemeldet werden. Ging aber problemlos am Telefon zwei Tage vorher. 

Die Stunde der Wahrheit, der Check In

Leicht nervös hat uns der beste Nachbar der Welt mit seinem sehr geräumigen Auto zum Bahnhof gefahren. Nach einer ganz entspannten Bahnfahrt kamen wir überpünktlich in Frankfurt an. Dann haben wir einen Marsch vom Gleis zum Check In gemacht. Hier wurden wir schon etwas seltsam angeschaut mit unseren Koffern. Ich dachte das Verreisen mit dem Rad sei mittlerweile bekannter... 

 

Am Check In hat uns eine junge Dame zum Wiegen gebracht, etwas abseits der üblichen Check In Schalter. Sie notierte sich das Gewicht ohne etwas zu sagen. Ich wollte keine schlafende Hunde wecken und habe einfach nix gesagt, da wir doch etwas über 60 kg lagen. Die Koffer blieben stehen und die Dame versicherte uns, sie gehe direkt nach dem Check In mit den Kofferzetteln (ich habe keine Ahnung wie die Dinger wirklich heißen) wieder zurück. Wir sollen uns keine Sorgen machen. Dann kamen wir an den Schalter zu einem etwas grimmig schauenden Mann der das Gewicht wissen wollte. In meinen 3 Jacken begann ich langsam, aber sicher, an zu schwitzen. Er schaute uns an und machte folgendes: 

 

Neuseeland Koffergewicht

In absoluter Sicherheit und mit einem Grinsen das hinter beide Ohren reichte, ging ich zum Check In. Die Dame war etwas verwirrt, wegen unseren Taschen mit Fahrrädern drin, die nicht da waren. Aber die junge Dame die beim Wiegen dabei war, brachte Licht ins Dunkel und verschwand mit den Zetteln zu unseren Koffern. Nach dem ich die Frage gestellt hatte, ob unsere Bikes auch direkt nach Auckland geflogen werden (wurde mit JA beantwortet), geschah es: 

Neuseeland das Unerwartete

Diese durchaus nette Dame bat uns, unser Handgepäck zum Wiegen auf zu legen. Ich versuchte nicht zu stottern und sagte: ist nur Handgepäck. Aber Sabines Rucksack war fast größer als Sabine und die Aussage war mehr als unglaubwürdig. Meine Fotoausrüstung hatte 7,3 kg und ich konnte ein Nicken mit meinem Lächeln erreichen. Dann kam Sabines Rucksack: wir sind uns nicht mehr einig über die genaue Zahl, aber die Augen der Dame sprachen Bände:

Neuseeland Übergewicht

Sabine meinte die Waage hätte 14kg angezeigt, ich meine die 10,8 gesehen zu haben. Aber das Wichtigste ist, die Ruhe zu bewahren, (ist ziemlich leicht gesagt) was sind schon 230€ für 5kg Zusatzgepäck. Sabine begann auf einmal den Rucksack aus zu räumen und sagte: ist doch nur Essen und Trinken und Zeitschriften und ein Notebook. Sie hat Ihr Handtasche zum Bersten gefüllt und schon hatte ihr Rucksack nur noch 7,6kg. Die Dame meinte nur: "so geht das doch als Handgepäck, aber wir sollen bitte das Essen vor dem Boarding aufessen, wirklich komplett aufessen. Wir haben uns angeschaut und mit einem Grinsen natürlich bestätigt, dass wir alles vorher essen werden. Es waren ja nur: 

Neuseeland Fressen

Dann gab es nur noch eins, raus aus den Jacken und das System belüften. Mit etwas Verzögerung ging es zum Boarding. Am Gate traf mein Blick auf die Dame die unser Handgepäck gewogen hat. Schon wieder sendete mein Hirn Signale an die Schweißdrüsen, aber auch das ging mit einem Lächeln vorbei.

Der Flug nach Neuseeland

Was ich wieder feststellen muss, dieser Riesen-Vogel A380 ist so was von leise und unauffällig, ist schon eine angenehme Art zu fliegen. Ein kleiner Tipp, wenn man ungeduldig ist mit dem Essen, einfach vorab das Vegetarische bestellen, dann bekommt man zu aller Erst was zu futtern.

 

Der Flug nach Dubai ging recht schnell vorbei. Ich habe ab dem Start bis zum Essen immer wieder so lange geschlafen, bis der Kopf runter gefallen ist. Dann gab es für mich ein lecker (also für Flugzeugverhältnisse) indisch vegetarisches Essen, ein Film dazu, dann noch etwas gelesen und schon wurde ich aufgefordert mein Sitz in eine aufrechte Position zu bringen.

 

In Dubai angekommen waren wir erst einmal damit beschäftigt das Terminal zu wechseln. Hier gab es unzählige Treppen zu bewältigen, was mit der Aussicht auf den kommenden 17 Stunden Flug eine willkommene Aktivität war. Dank der Verspätung unseres Fluges waren es dann nur noch ca. 3 Stunden bis zum Start. Aber auch diese gingen in einem Halbschlafzustand vorbei. 

 

Schon beim Boarden ist uns aufgefallen, dass für ein A380, der ca. 650 Personen transportieren kann,  recht wenig Leute zugegen waren. Was auch so bleiben sollte und im Grunde hatte jeder Passagier eine 3er oder auch eine 4er Reihe für sich. Leider Geil! Das kam uns bei dem langen Flug sehr zu Gute, denn: 

 

Neuseeland Flug

Es gab erst mal Lunch, ich hatte Lachs mit Reis, was sich schon komisch anfühlte, war ja auch früher Morgen bei uns zu Hause. Könnte aber auch am Weißwein gelegen haben, den ich mir dazu gegönnt habe. Danach habe ich mir noch ein Film angeschaut und versucht zu schlafen. Sabine hat das ziemlich gut hin bekommen, ich habe aber auch immer mal wieder eine Stunde von der Reisezeit verschlafen. Irgendwann gab es dann Pizza, die mich quasi in den Tiefschlaf geworfen hat. Zusammengerollt auf unserer 3er Reihe habe ich gute 4 Stunden am Stück geschlafen und als ich wach wurde, gab es Frühstück und das ferne Neuseeland war greifbar nahe. 

Ankunft in Auckland Neuseeland

Pünktlich um 11.30 Uhr Ortszeit sind wir gelandet. Bei uns machte sich doch schon wieder etwas Nervosität breit, klar bei so viel Neuem und Unbekannten, aber auch bei dem Gedanken an unsere Bikes. Sind sie auch wohl behalten gelandet? Sind sie sauber genug? Aber schon hier am Flughafen zeichnete sich die neuseeländische Gelassenheit ab. Handykarte kaufen, kein Problem: einen der vielen Anbieter auswählen, Karte rein und schon hat man 5GB Datenvolumen und eine neue Nummer. Dann zum ATM und Geld raus, ist auch wie zu Hause. Beim Weg zum Gepäckband stieg der Puls dann doch wieder, aber völlig unberechtigt, die Koffer mit den Bikes standen schon neben dem Gepäckband.

Überall waren freundliche Leute, die einem die Fragen vom Gesicht abgelesen haben: „es geht hier entlang“ oder:

 

Neuseeland Hilfsbereitschaft

Selbst bei der BioSecurity (wir waren uns nicht ganz sicher wegen Kopfschmerztabletten), war die Dame am Schalter super freundlich. Liebes Deutschland, bitte nimm Dir daran ein Beispiel! Unsere Koffer wurden natürlich kontrolliert, hier hat sich der nette Officer die Reifen angeschaut, also unsere „Schrubbaktion“ hatte sich gelohnt. Dann noch einen kurzen Blick auf die Rahmen, aber alles super. Ich denke hier kann man Glück haben wie wir, aber zwei Reihen weiter hat ein Officer einen kompletten Koffer ausgeräumt. Ich kann Euch nur raten: 

 

Neuseeland Einreisetip

Dann haben wir die Jungs, oder besser Mädels von Wendekreisen angerufen und 20 Minuten später waren wir an unserem Camper. 

Hier gab es erst mal Kaffee und ein wenig Papierkram, aber vor allem viele nützliche Info und Flyer, eine Einweisung für den Camper und schon waren wir bereit für die Abfahrt. Naja fast, eins solltet ihr unbedingt wissen:

Neuseeland Bikerag

Wir hatten wohl ein Bikerack "nur" für Fahrräder gebucht und bekamen unsere MTBs nicht auf den Heckträger montiert. Zum Glück hatte Sabine ein Camper mit einem 180x180 cm großen Bett und einer Doppel-Heckklappe gebucht. Wichtig ist an der Stelle, wir haben keine Sitzbank, die vor die Heckklappe geht,  somit konnten wir die Räder einfach komplett von hinten in den Bus schieben. Meiner Meinung nach kann man sich einen Bikerack sparen und die MTBs einfach so transportieren. Ach so, auch wichtig, wir haben Schnellspanner und die Dirtlej Bikeprotection Pads dabei. Pads zum Schutz und ohne die Spanner könnt Ihr die Bikes nicht fixieren. Also unbedingt einpacken. 

Neuseeland Bikes befestigen
Neuseeland Bike im Camper
Neuseeland MTB Camper

Ausblick für Teil Drei des Neuseeland Blogs

Im dritten Teil des Blogs will ich Euch endlich mit vielen Bildern rund um Auckland und der Coromandel Halbinsel bereichern. Zudem gibt es Tips zu Campingplätzen, App's um diese zu finden und einige Sehenswürdigkeiten. 

 

Wenn Ihr bis hier hin gelesen habt, ein großes, herzliches Dankeschön. Ich würde mich freuen, Euch auch bei Teil Drei meines Neuseeland Blogs begrüßen zu dürfen. Ich bitte Euch aber um etwas Geduld, da ich so mit dem Abenteuer Neuseeland beschäftigt bin (und das klar vor dem Bloggen steht), kann es etwas dauern bis dieser veröffentlicht wird. 

 

Bis dahin, genießt Eure Zeit und lasst es Euch gut gehen. 

Euer Raph

Kommentar schreiben

Kommentare: 0
Raph Pics Logo
Raph Pics Facebook
Raph Pics Instagram
RaphPics Pinterest