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Der Weg zum zertifizierten MTB Guide/Fahrtechniktrainer

Die Ausbildung bei der DIMB

Nach der Entscheidung mit MTB Touren mein Geld zu verdienen, kamen viele Fragen auf: Wie plane ich eine Tour sinnvoll? Wie schreibe ich diese richtig aus? Was möchte ich meinen Teilnehmern bieten? Was sind die Voraussetzungen, um alle sicher und mit viel Spaß am Ende zu verabschieden? Was muss ich hier von rechtlicher Seite beachten? Und noch so einiger Fragen mehr, also ein langer, steiniger Weg.  

RaphPics DIMB Ausbildung Wegweiser

Nach einiger Recherche im Internet und Rücksprache mit einigen Freunden war mir eins klar:

Einfach mal Touren planen und drauf los fahren, reicht für meine Vorstellung eines "Rund um Sorglos Paketes" nicht mehr aus. 

Somit war für mich klar: ich möchte mich an dieser Stelle weiterbilden und meinen Horizont erweitern. Um das um zu setzen, bin ich direkt bei der Deutschen Initiative Mountainbike oder kurz der DIMB gelandet. Diese bietet eine durchdachtes Ausbildungskonzept, was einen entweder zum zertifizierten MTB Guide oder Fahrtechniktrainer ausbildet. Was wiederum die Grundlage ist, um beim BRD die Fortbildung zur C-Trainer Lizenz im MTB Breitensport zu absolvieren.

 

Das Ausbildungskonzept der DIMB startet mit der Basisqualifikation MTB-Guiding. Dieses setzt sich aus 3 Modulen und 2 Praxisnachweisen zusammen. Wenn Ihr genaueres zu der Ausbildung erfahren wollt, dann schaut doch einfach direkt bei der DIMB vorbei.  Die ersten zwei Basismodule Fahrsicherheit und Guiding wurden direkt hintereinander angeboten und ich konnte mir je einen Platz als Teilnehmer sichern. 

Sehr gespannt auf die kommenden Fortbildungen habe ich den Bus mit Bikes, Klamotten und Ersatzteilen beladen und mich auf den Weg in das wunderschöne Aschau im Chiemgau gemacht. Von der super Anfahrt an einem Sonntag über die A5 und A8, (keine Baustelle, kein Stau, kein Zeitverlust, überhaupt keine Ironie) möchte ich Euch nicht erzählen. Dafür wird man mit einer unglaublichen Landschaft entschädigt:

RaphPics DIMB Ausbildung Aschau

Die ersten zwei Tage standen im Zeichen der Fahrsicherheit. Die Trainer Andy Rieger (HappyTrails) und Michael "Michi" Hacker haben hier einen hervorragenden Job gemacht. Nicht nur der rote Faden der Fahrsicherheit mit den Grundlagen an Technik (wie Grundposition, Bremsdosierung und Anfahren oder Absteigen am Berg) wurde vermittelt, mir haben die Beiden auch die Augen über das Gefühl und den Umgang mit Anfängern geöffnet. Das in der Theorie erlernte wurde auch direkt in die Praxis auf dem Rad umgesetzt. Die Jungs haben nicht nur professionell, mit Videoanalyse und einer strukturierten Abfolge gearbeitet, sondern haben mit einer gehörigen Portion Spaß den Teilnehmern das Wissen vermittelt. So muss das sein, danke an dieser Stelle. Ich habe allein in diesen zwei intensiven Tage unglaublich viel gelernt und konnte kaum die nächsten 4 Tage zum Thema Guiding abwarten.  

 

Nach einem Tag Pause startete das Basis Modul Guiding. Hier haben wir in 4 Tagen das Fundament für eine geführte Tour gelegt. Am ersten Tag haben wir uns den Themen Tourenplanung, Kartenarbeit,  Natur- und Sozialverträglichkeit gewidmet. Diese Planung wurde auch direkt in einer Übungstour umgesetzt. Jeder Teilnehmer musste die Rolle des Guides für ein Teilstück der Tour übernehmen. So konnte man das erlernte direkt umsetzten, hatte aber auch den Perspektivenwechsel als Teilnehmer bekommen. Für mich am Wichtigsten war, das Feedback sowohl von den anderen Teilnehmern als auch von den Trainern. Und besonders hervorheben möchte ich, die Art und Weise die Andy und Michi einem ein Verständnis für konstruktives Feedback vermittelt haben. Hier kann sich der ein oder andere gerne eine Scheibe abschneiden, ganz großes Kino sag ich da nur.

RaphPics DIMB Karte

An Tag zwei haben wir uns den Themen Zielgruppe, Wetter, Betretungsrecht und dem sicheren Guiding gewidmet. Auch diese Themen haben wir auf der Übungsrunde sehr intensiv umgesetzt. Die Strecke wurde übrigens hervorragend ausgesucht, da diese alle in der Theorie vermittelten Aspekte hervorragend abgedeckt hat. Hier zeigt sich die hervorragende Planung der Fortbildung und vermittelt gleich die gelehrten Werte perfekt.

 

Tag drei stand ganz im Zeichen des Haftungsrechtes und Versicherungen. Was kein einfaches Thema ist, aber unglaublich viele Fragen, die ich mir im Vorfeld gestellt habe, beantwortet hat. Was für mich aber ein noch wichtigerer Punkt an diesem Tag  gewesen ist, zeigte sich im Thema Notfallmanagement. Hier haben Michi und Andy das Handwerkszeug für den Ernstfall vermittelt. Denn uns allen ist klar, unser geliebter MTB Sport birgt doch die ein oder andere Gefahr. Auch hier muss ich die zwei wieder loben, die Notfälle auf der Übungstour waren dermaßen realistisch gespielt und durchdacht, dass man im ein oder anderen Moment wirklich dachte, es sei Wirklichkeit. Und genau dabei konnte ich am Meisten für mich lernen. 

RaphPics DIMB Ortung
RaphPics DIMB Notfallmanagement

Und schon war der letzte Tag gekommen, an Tag 4 galt es, auf der Übungstour alles um zu setzen, was wir bis jetzt gelernt hatten. Aber vor allem ging es darum, Spaß zu haben. Und den hatten wir, egal ob beim BikeCheck, der Einkehr mit Kaffee und Kuchen oder auf der Trailabfahrt, wir haben gelacht und sind als Gruppe zusammen gewachsen, das ist genial, das ist Mountainbiken, das ist gutes Guiding. Zum Schluss gab es noch ein individuelles Feedback zur eigenen Leistung und eine ehrliche Einschätzung zur Zukunft als MTB Guide oder auch Fahrtechniktrainer. 

 

Diese 6 Tage waren intensiv und lehrreich, haben aber dermaßen viel Spaß gemacht, dass sie in einem Wimpernschlag vorbei waren. Ich durfte jede Menge neuer und beeindruckender Menschen kennen lernen. Ich freue mich schon den Ein oder Anderen bei der nächsten Fortbildung zu sehen oder mit dem Ein oder Anderen gemeinsam eine Runde auf dem Bike zu fahren. Danke nochmal an die Ausbilder Andy und Michi, die nicht nur fachlich einen hervorragenden Job gemacht haben, sondern mich auch noch menschlich inspiriert haben. 

 

Jetzt fragt Ihr euch, wie es mit meinem Abenteuer weiter geht? Zuerst einmal werde ich noch das fehlende Modul Outdoor-Erste-Hilfe Ende Oktober absolvieren. Und parallel werde ich das erlernte Wissen nutzen, um Touren zu planen und um zu setzen. Bei den Touren brauche ich Eure Hilfe: einmal brauche ich Euer ehrliches Feedback, um mich weiter zu entwickeln und zum Anderen müsst Ihr mir das Feedback schriftlich geben, damit ich diese bei der DIMB einreichen kann. Ist das erledigt, erhalte ich die Zertifizierung für das Level 1: Basisstufe MTB-Guiding. Da es bis dahin noch ein gutes Stück Arbeit ist, mache ich mir über den weiteren Ausbildungsweg noch keine Gedanken. Hier stehen mir die Türen zur Intensivierung des Themas Guidung oder der Ausbildung zum MTB Fahrtechniktrainer offen. 

 

Ich freue mich auf die spannende Zeit, die auf mich zukommt und vor allem freue ich mich, mit Euch auf Tour zu gehen. Bis dahin, habt Spaß und nehmt euch die Zeit auch mal zu entspannen,

Euer Raph

RaphPics DIMB Kuh

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Kommentare: 2
  • #1

    Sascha (Montag, 09 September 2019 22:46)

    Schön geschrieben, viel Spaß und Erfolg - und das „Entspannungsbild“ mit der Kuh Berta ist klasse! ��

  • #2

    Raph (Dienstag, 10 September 2019 07:44)

    Hallo Sascha,
    es freut mich sehr, dass Dir mein Artikel gefällt. Ja Berta inspiriert mich auch immer wieder zum entspannen. Sie bekommt ein Platz in meinem Büro. Bis bald, lass es Dir gut gehen.

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