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Test: Michelin Wild Enduro Front & Rear

Michelin Wild Enduro im Test

RaphPics Michelin Wild Enduro 3

Vorwort

Ich versuche mein Material so lange wie möglich zu nutzen, da wir mit unserem Konsumverhalten auch die Produktion bestimmen können. Also eines der wenigen Mittel die uns hier zur Mitbestimmung bleiben. Meine alten Reifen haben jetzt 1,5 Jahre, einige Rennen und einige Kilometer sowie Höhen- und Tiefenmeter gesehen. Nicht nur das Profil war am Ende, der Halt der Reifen und somit die Sicherheit war nicht mehr voll da (Gummi war schon hart) und auch die Dichtmilch hat sich durch sämtliche Poren gedrückt: 

RaphPics Michelin Wild Enduro 1
RaphPics Michelin Wild Enduro 2

Deswegen war es nun Zeit neue Reifen auf zu ziehen. Und da Michelin früher einen sehr guten DH Reifen auf dem Markt hatte (wer erinnert sich noch?) und ich bis jetzt nur gutes gehört habe, wollte ich den Michelin Wild Enduro selbst testen. Und keine Frage, trotz nachhaltiger Nutzung von Material, freue ich mich wie ein kleines Kind auf Weihnachten, wenn es was neues gibt. 

Technische Details und Informationen

Herstellerangaben für den Wild Enduro Front GUM-X:

Einsatzbereich: Enduro, E-Bike

Produktlinie: Competition

Untergrund: gemischt

Ausführung: Faltreifen

Tubelesssystem: Tubeless Ready

Gummimischung: GUM-X

Karkasse: 60 tpi, 3 Lagen

Seitenwand: Gravity Shield

Dimension: 27,5 x 2,4" 

Gewicht: 980g

Preis: 42,99€ (bei gängigen Online Händlern)

 

 

Gewicht gemessen: 1013g, liegt in der Fertigungstoleranz

Pannenschutz: Pinch Protection 4

Herstellerangaben für den Wild Enduro Rear GUM-X:

Einsatzbereich: Enduro, E-Bike

Produktlinie: Competition

Untergrund: gemischt

Ausführung: Faltreifen

Tubelesssystem: Tubeless Ready

Gummimischung: GUM-X

Karkasse: 60 tpi, 3 Lagen

Seitenwand: Gravity Shield

Pannenschutz: Pinch Protection

Dimension: 27,5 x 2,4" 

Gewicht: 1090g

Preis: 42,99€ (bei gängigen Online Händlern)

 

Gewicht gemessen: 1028g, auch noch in der Toleranz

Pannenschutz: Pinch Protection 5

Montage

Die Montage beider Reifen ging erstaunlich einfach von statten und das obwohl ich CushCore montiert habe. Der Vorderreifen war im Handumdrehen auf der Felge. Der Hinterreifen war durch die verstärkte Seitenwand (mehr Pannenschutz am Hinterreifen) etwas widerspenstiger aber am Vergleich zu manch anderen Montage Odysseen (ist das der richtige Plural?) wirklich entspannt. Ich habe weder Seifenwasser benötigt, noch hatte ich Probleme den Reifen ins Flegenbett zu bekommen. Zu meiner absoluten Überraschung habe ich nicht einmal ein Kompressor gebraucht, die normale Standpumpe hat völlig ausgereicht. Beide Reifen waren sofort dicht und ich war sehr zufrieden, so muss das sein.

Pannenschutz: Pinch Protection 7

Wenn Ihr euch jetzt fragt, wie die Montage mit Cushcore denn generell einfach sein kann, gibt es drei Zauberworte: "Tuck and Roll". Damit bekommt ihr jeden Reifen auf eine Felge mit Cushcore. Schaut euch das offizielle Video von Cushcore an, damit ihr wisst was ich meine:  

Uphill

Ich bin ja nicht der Rennfahrer, wenn es um das Bergauf-Fahren geht. Aber trotz des groben Profils und des Gewichts der Reifen, hat mich der Rollwiderstand sehr überrascht. Am Anfang dachte ich, das muss Rückenwind sein, aber auch im windstillen Bereich meiner Tour ging es wirklich gut voran. Auf dem Asphalt sind die Geräusche dem Profil entsprechend hoch und es rollt eine wenig zäh. Aber die Erwartungen an eine Enduro Reifen Kombination wurde hier wirklich übertroffen.

Pannenschutz: Pinch Protection 6
Pannenschutz: Pinch Protection 8

Auf dem Trail

Aber jetzt zum für den Einsatzzweck wichtigen Teil: auf dem Trail: In Summe bin ich eine Kombination aus 5 Trails gefahren, die für unseren Schwarzwald fast alle Gegebenheiten abdecken.

Der erste Trail ist am Anfang flach, verwinkelt, wird ab der Hälfte steiler, gerader, also schneller und ist vor allem eins: immer nass (also ein reißender Fluss nach der Schneeschmelze...). Zu dieser Jahreszeit ist es als würde man durch einen "kleinen" Bach fahren, lecker. Hier ist direkt aufgefallen, dass der Seitenhalt des Reifens eine sehr gute Figur macht. Besonders in den kurzen direkten Kurvenkombinationen am Anfang konnte ich schön in die Kurven pressen. Und auch bei den nassen Bedingungen war der Halt der Reifen sehr gut. 

Der zweite Trail ist einfach beschrieben: kurz, loses Geröll und Stufen. Was soll ich sagen: Bremsen auf und laufen lassen. Ich kam mir vor wie auf Schienen, der Reifen hat jeden Stein mitgenommen wie er sollte. 

Auf Nr. 3 gilt es viel zu treten, also eher ein Cross Country Trail: klar hier ist der Wild Enduro nicht ganz Zuhause, aber durch den, für diese Kategorie von Reifen, guten Rollwiderstand war auch das gut zu bewältigen.

Trail 4 und 5 könnte man als einen Trail werten, wenn man nicht eine Straße überqueren müsste. Auf diesem Trail galt es sich zu beweisen: Auf den  ersten zwei Steinfelder mit sehr vielen Spitzen Steinen (da hat es den ein oder anderen Reifen schon mal erwischt), gab es keine Anzeichen von Schwäche. Auf dem kurzen Uphill Stück (was ich im Stehen gefahren bin) hat mich die Traktion am Hinterrad überzeugt: kein Durchdrehen, kein Wegrutschen, so muss dass sein. Und danach hat der Wild Enduro seine absolute Stärke gezeigt: weicher Waldboden. Hier haben sich das weite Profil des Vorderrades so richtig in die Erde gegraben. Der Übergang von Mittelprofil zu den Seitenstollen ist sehr angenehm und gibt viel Kontrolle, das hat mir sehr gut gefallen. Steiles Gelände mit Kurvenwechsel, Steinen und kleinen Kanten ist genau der Untergrund den dieser Reifen braucht und mir hat es ein breites Grinsen ins Gesicht gezaubert. 

Pannenschutz: Pinch Protection 11

Fazit

Nach 35 km und 900Hm ist mein erster Eindruck überaus positiv. Die Stärken des Reifens liegen klar auf weichem losen Waldboden. Hier hat man super Grip in den Kurven. Aber dennoch nimmt der Reifen jeden Stein und jede Kante gelassen. Das Preis Leistungs Verhältnis ist sehr gut und wenn man das Gewicht in Kauf nimmt, hat man einen sehr guten Enduro Reifen. 

Nach der ersten Tour gibt es von mir eine klare Kaufempfehlung. 

Und frisch auf dem Rad montiert wirken diese Reifen schon mächtig oder?

Pannenschutz: Pinch Protection 9

Ausblick

Aber um dem Reifen richtig auf die Stollen zu fühlen, wird er in Finale Ligure 4 Tage lang den ligurischen Boden streicheln dürfen. Hier wird er gnadenlos behandelt und darf sich beweisen. Ich bin gespannt und freue mich schon jetzt auf die Abfahrten dort. Danach bekommt ihr einen kurzen Zwischenbericht, wie sich der Reifen geschlagen hat. 


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